The Work mit Colette Grünbaum


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Was ist "The Work"?

Eine Information zusammengestellt von Colette Grünbaum-Flury

Übersicht

Fragen über Fragen

Die Methode

Anwendungsbereiche/Zielgruppe

Durchführung

Risiken/Kritik

Über Byron Katie

 

 

Fragen über Fragen

Zwischen Sokrates und Byron Katie hat es etliche Menschen gegeben, die in der Kunst des Fragestellens brillierten. In der Psychologie kommt wohl die Arbeit von Albert Ellis derjenigen von Byron Katie am nächsten. Der amerikanische Psychotherapeut Albert Ellis begründete 1955 die Rational Emotive Therapie RET. Der Verhaltenstherapeut kam zur Einsicht, dass emotionelle Störungen und Verhaltensstörungen nicht hauptsächlich auf vergangenen oder gegenwärtigen Ereignissen basieren, sondern vor allem auf unserem Denken über diese Ereignisse. Egal, woher die ursprüngliche Störung kommt, wir bleiben gestört, weil wir nicht von unseren irrationalen Überzeugungen lassen können. Eine Besserung erlangen wir seiner Meinung nach nur, wenn wir fortwährend daran arbeiten, unsere irrationalen Überzeugungen aufzugeben. Mit diesen Einsichten legte Albert Ellis die Verantwortung für emotionelle Störungen und deren Heilung auf die Schultern seiner Klienten.

Albert Ellis arbeitete mit folgenden Fragen: Ist das wirklich wahr? Warum muss das so sein? Könnte man auch anders darüber denken? Was ist dein Beweis? Was ist das Schlimmste, das geschehen könnte? Wäre das wirklich schrecklich? Was bringt dir dieser Gedanke?

Auch bei vielen Weisen steht das Fragen im Vordergrund. Der indische Weise Ramana Maharshi reduzierte alle Fragen auf die eine: Wer bin ich? Jede Antwort darauf kann jedoch nicht die umfassende Wahrheit sein. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage ist faszinierend, es ist allerdings nicht einfach, darin eine Hilfe im Umgang mit Alltagsschwierigkeiten zu finden.

Wer sich mit der Kunst des Fragens auseinandersetzt, und mit Byron Katies Fragen arbeitet, wird fasziniert sein von der raffinierten Abfolge dieser Fragen.

„The Work“ ist weder eine Therapie noch eine Religion. Diese Arbeit besteht lediglich aus einem Set von Fragen und der Anregung, unsere Gedanken umzukehren. Es sind Fragen, die im Umgang mit alltäglichen Schwierigkeiten hilfreich sind und die uns am anderen Ende ihres Spektrums einen Geschmack der absoluten Freiheit vermitteln. Die Erfahrung der Anwendung von „The Work“ an sich selbst und mit anderen Menschen lässt immer wieder über die klärende und befreiende Wirkung dieser Fragen staunen.

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Die Methode

Manchmal verhält sich ein Partner, ein Kind, ein Mitarbeiter oder ein Freund einfach nicht so, wie wir es gerne hätten. „Wenn er nur anders wäre, sich anders verhalten würde, dann wäre alles gut“, denken wir und sind überzeugt, mit unserer Meinung über den anderen im Recht zu sein. Freunde bestätigen uns auch noch darin. Dennoch drückt der Ärger auf die Stimmung, und wir sind frustriert.

Nehmen wir unser Denken über die betreffende Situation unter die Lupe, können wir entdecken, dass letztlich nicht mein Mitmensch, sondern mein Denken über ihn und die Situation mein Leben erschwert.

Byron Katie hat eine einfache und wirkungsvolle Methode, genannt „The Work“ entwickelt, mit der wir Einsicht in die Funktions- und Wirkungsweise unseres Denkens erhalten. Sie fasst „The Work“ folgendermassen in einem Satz zusammen: „Beurteile deinen Nächsten, schreibe es auf, stelle vier Fragen und kehre deinen Satz um.“ In einem ersten Schritt bringen wir unseren Ärger möglichst unzensiert zu Papier. Dann untersuchen wir unsere Überzeugungen mit den Fragen, wobei wir versuchen, die Frage ins Herz sinken zu lassen und von  dort her eine ehrliche Antwort aufsteigen zu lassen.

Begegnen wir unserem Denken mit Verständnis, müssen wir es nicht ändern oder loslassen, dann lässt es uns los. Dies ist die Erfahrung von Byron Katie und vielen Tausenden von Menschen, die auf der ganzen Welt „The Work“ anwenden.

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Anwendungsbereiche/Zielgruppe

Sind wir zufrieden, so brauchen wir „The Work“ nicht. Wenn wir jedoch leiden und des Leidens müde sind, ist diese Methode hilfreich. Sei es Ärger mit dem Partner, Psychostress im Geschäft, Ungeduld mit den Kindern, Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen, der Gesundheit oder dem eigenen Verhalten, Geldsorgen, politischer Unmut – wo immer wir hadern und uns anlegen mit uns selbst und unseren Mitmenschen, können wir unsere Gedanken und Überzeugungen aufschreiben und mit „The Work“ untersuchen.

Die Selbstuntersuchung kann hilfreich sein bei Beziehungsproblemen und für Menschen die sehr ängstlich sind, sich schnell ärgern, depressiv sind, eine niedrige Frustrationstoleranz haben, schüchtern sind, an Süchten leiden, ein niedriges Selbstwertgefühl haben oder die Tendenz, sich selbst zu erniedrigen.

Die Methode ist nicht nur bei aktuellen Konflikten wirksam, sie eignet sich auch ausgezeichnet, um mit alten Geschichten aufzuräumen, denn unweigerlich werden wir erkennen, wie belastend und hoffnungslos es ist zu denken, etwas hätte anders sein müssen oder dass wir glücklicher wären, wenn… „The Work“ wirft uns immer wieder auf uns selbst zurück und bringt uns in die Gegenwart.

Das Spektrum von „The Work“ ist immens. Auf der einen Seite ist es hilfreich bei ganz alltäglichen Konflikten, auf der anderen Seite lässt es uns die absolute Freiheit erahnen und manchmal für Momente erfahren.

"The Work" ist ein wirksames Arbeits-Werkzeug für Therapeuten jeder Richtung, Berater, Mediatoren, Sozialarbeiter, Coaches und Menschen in Pflegeberufen. Die Methode ist nützlich im Umgang mit Klienten und Patienten wie auch im Umgang mit jeglichen Schwierigkeiten, die am Arbeitsplatz oder Privat auftreten.

Nicht geeignet ist die Methode für Menschen, die auf ihrem Recht beharren und von ihrer Meinung so überzeugt sind, dass sie keine anderen Vorstellungen zulassen können.

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Durchführung

Einmal erlernt, können wir „The Work“ immer und überall da anwenden, wo wir uns gerade befinden. Anfangs ist es jedoch für viele Menschen neu, den Blick von den anderen weg und zu sich selbst zu wenden. Wenn wir jahre- oder jahrzehntelang versucht haben, andere zu ändern, heisst es, von dieser Gewohnheit zu lassen und uns öffnen für die eigene Veränderung. Es ist gut möglich, „The Work“ autodidaktisch, beispielsweise mit dieser Einführung, zu erlernen. Byron Katie hat zudem eine wunderbare Website: www.thework.org, und es gibt Bücher, Kassetten, Veranstaltungen und Kurse, in denen „The Work“ vermittelt wird.

Wenn Sie „The Work“ alleine machen, schreiben Sie nicht nur die eigenen Überzeugungen auf, sondern auch die Antworten auf die Fragen. Dies hilft, den Prozess zu vertiefen und nicht abzuschweifen.

Vielleicht können Sie auch eine Person bitten, Ihnen die Fragen zu stellen, oder Sie finden gar jemanden, der bereits mit „The Work“ vertraut ist und Sie einführen kann.

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Risiken/Kritik

Wer sich auf „The Work“ einlässt, riskiert, sich zu verändern. Festgefahrene Überzeugungen könnten sich als so belastend erweisen, dass sie unhaltbar werden. Und wer wären wir ohne unsere Leiden und Lasten? Wenn wir „The Work“ jedoch mit einem Motiv machen oder überzeugt sind, die Lösung für unser Problem bereits zu kennen, so werden unsere Antworten auf die Fragen durch unsere Wünsche verfälscht. Auf diese Weise können wir das Potenzial, das in dieser Arbeit liegt, nicht erfahren.

Die häufigste Kritik an „The Work“ ist gemäss Byron Katie, dass die Methode zu einfach sei. Wer mit „The Work“ arbeiten will, mit sich selbst und anderen, muss sich kein umfangreiches Wissen aneignen, muss keine Theorien büffeln. Die Anwendung von „The Work“ offenbart die innere Weisheit stets von selbst, wenn wir bereit sind für die Wahrheit.

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Byron Katie, die Urheberin von „The Work“

Byron Katie, Amerikanerin, Mutter von drei erwachsenen Kindern, war eine erfolgreiche Geschäftsfrau. Ihrer Umgebung erschien sie wie die Verkörperung des „American Dream“, schön, reich, angesehen und glücklich verheiratet. Doch nach und nach zerbrach dieses Image, da sie zunehmend unter Depressionen, Alkoholismus, Esssucht, Nikotin- und Medikamentenabhängigkeit sowie Ausbrüchen von Gewalttätigkeit litt. Am tiefsten Punkt dieser Lebenskrise angelangt, steckte Byron Katies Familie die aggressive Ehefrau und Mutter in ein Heim für Frauen mit Essstörungen.

1986, im Alter von 43 Jahren, erwachte Byron Katie im Dachzimmer dieses Heims in einem völlig veränderten Bewusstseinszustand, in einem Zustand vollkommenen Seins. Eine radikale Veränderung ihrer Wahrnehmung der Wirklichkeit hatte stattgefunden, und sie erkannte, dass sie zuvor nur in der Vergangenheit gelebt hatte. In den Jahren danach verbrachte Byron Katie viele Tage in der Wüste bei Barstow/CA. Als ihre Gedanken zurückkehrten, tauchten mit ihnen die Fragen auf, die ihnen die zerstörerische Schärfe nahmen.

Bald sprach es sich herum, dass in Barstow eine weise Frau lebe, und die Menschen pilgerten zu ihr oder luden sie ein. Zuerst vermittelte Byron Katie ihr Wissen in den Wohnzimmern dieser Menschen. Inzwischen vermittelt sie weltweit und oft vor einer Hörerschaft von 500-700 Menschen, wie man das Geschenk innerer Klarheit finden und bewahren kann, ein Weg, der als „The Work of Byron Katie“ bekannt wurde.

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